Empfohlene Anleitung zur Montage der Kunststofffenster und -türen

Empfohlene Anleitung zur Montage von Kunststofffenstern und Türen

Nachfolgend erfahren Sie übersichtlich und Schritt für Schritt, wie Sie beim Ausbau des alten sowie beim Einbau des neuen Fensters vorgehen. Wir möchten darauf hinweisen, dass der folgende Text keine rechtsverbindliche Montageanweisung, sondern eine bewährte allgemeine Empfehlung darstellt.

Bitte beachten Sie, dass sich die exakten Montageverfahren – insbesondere im Hinblick auf die in Österreich maßgebliche RAL Montage Fenster ÖNORM (normgerechte Montage nach ÖNORM B 5320) – je nach Art der Fenster, der Beschaffenheit der Fenster Leibung und dem Zustand des Mauerwerks unterscheiden können. Eine von dieser Empfehlung abweichende Vorgangsweise ist keineswegs automatisch fehlerhaft und begründet keinen Reklamationsanspruch.

Die hier dargestellte Anleitung zur Fenstermontage ist geistiges Eigentum der TT HOLDING, a.s. und darf ohne vorherige schriftliche Zustimmung weder kopiert noch vervielfältigt werden.

DEMONTAGE DES ALTEN FENSTERS

  1. Abdeckung mit Folien
  2. Entfernung des alten Holzrahmens
  3. Vorbereitung der Öffnung
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1. Abdeckung mit Folien

Der Austausch eines alten Fensters gegen ein neues Modell erfolgt bei Gebäuden oder Wohnungen meistens von der Rauminnenseite aus. Dadurch wird die Außenfassade geschont, deren Sanierung stets aufwendiger und kostspieliger ist als die Ausbesserung des Innenputzes. Für den Fenstertausch muss zunächst der Innenraum vorbereitet werden. Der Bereich rund um das Fenster muss frei zugänglich sein (ideal sind 1 bis 2 Meter Platz vor der Maueröffnung). Denken Sie auch an freie Wege für den Transport, da die neuen Elemente sicher in den Raum getragen werden müssen.

Zudem empfehlen wir, Teppiche einzurollen sowie den Fußboden, die Heizkörper und Möbel sorgfältig abzudecken. Zur Abdeckung eignen sich am besten dickere, mit Klebeband fixierte Polyethylenfolien. Diese starken Folien halten mechanischen Belastungen und einem eventuellen Durchtreten deutlich besser stand als dünne Malerfolien. Für stark beanspruchte Böden empfiehlt sich als zusätzlicher Schutz das Auslegen von festem Karton.

Abdecken der Möbel vor dem Fensteraustausch
 Ausbau des ursprünglichen Rahmens

2. Entfernung des alten Holzrahmens

Bevor Sie mit der eigentlichen Fenstermontage beginnen, sollten Sie die Bauöffnung sowie das gelieferte Fenster nochmals genau nachmessen. So gehen Sie sicher, dass kein Produktionsfehler oder eine Verwechslung beim Versand vorliegt und das neue Fenster direkt nach dem Ausbau des alten Elements eingesetzt werden kann.

Beim eigentlichen Ausbau hängen Sie zuerst die alten Fensterflügel aus. Lösen Sie danach mithilfe von Hammer und Meißel das innere Fensterbankl. Die Verbindung des Fensterbankls mit dem Mauerwerk an den Seiten wird durch vorsichtiges Aufstemmen gelöst – gehen Sie dabei behutsam vor, um Schäden an der Innenleibung und damit verbundene Zusatzkosten beim späteren Verputzen zu minimieren. Das äußere Fensterbankblech lösen Sie, sofern es am Rahmen verschraubt ist, ebenfalls mit dem Meißel, während Verankerungen mit einer Zange entfernt werden. Danach durchtrennen Sie den alten Holzrahmen an mehreren Stellen und hebeln ihn mit einer Brechstange heraus.

3. Vorbereitung der Fensteröffnung

Bevor der neue Rahmen in die Maueröffnung eingesetzt werden kann, muss die Fensterlaibung gründlich gereinigt werden. Das bedeutet, dass loser Putz, Staub und Schutt komplett entfernt werden müssen. Größere Unebenheiten oder Ausbrüche in der Leibung sollten vorab mit Spachtelmasse oder Mörtel ausgeglichen werden, um eine saubere und tragfähige Basis für die normgerechte Abdichtung zu erhalten.

NEUE FENSTER EINBAUEN

  1. Aushängen des Fensterflügels aus dem Rahmen
  2. Vorbereitung des Fensterrahmens
  3. Einsetzen und Ausgleichen des Rahmens
  4. Verankerung & ÖNORM-Abdichtung (innen/außen)
  5. Dämmebene (Auffüllen mit Montageschaum)
  6. Die Fensterbankmontage
  7. Maurerarbeiten
  8. Reinigung, Einsetzen der Abdeckungen, Zubehör

1. Aushängen des Flügels aus dem Rahmen

Bevor Sie mit dem Einbau starten, hängen Sie den Fensterflügel aus dem Rahmen aus. Dazu klappen Sie die obere Abdeckung des Ecklagers auf und ziehen den Sicherungsbolzen nach oben heraus. Danach lässt sich der Flügel ganz einfach lösen: Bringen Sie ihn mit dem Fenstergriff in die geöffnete Position und heben Sie ihn nach oben aus dem unteren Ecklager. Sollten Sie in einem Raum mehrere Fenster gleichzeitig tauschen, empfehlen wir, Flügel und Rahmen vorab zu nummerieren, um Verwechslungen beim späteren Einhängen zu vermeiden.

Fenstereinbau - Vermessen der Fenster
Fenstereinbau mit Hilfe von Turboschrauben

2. Vorbereitung des Fensterrahmens

Wenn Sie sich für eine Befestigung mittels Fensterrahmenschrauben (Turboschrauben) entschieden haben, muss der Rahmen vor dem Einsetzen mit einem Metallbohrer (Ø 7 mm) vorgebohrt werden. Dabei müssen sowohl das Kunststoffprofil als auch die innenliegende Stahlarmierung vollständig durchdrungen werden. Bohren Sie die Löcher senkrecht zum Rahmen. Die Anzahl der Befestigungspunkte richtet sich nach der Elementgröße (maximaler Abstand zueinander 700 mm, Abstand aus den Innenecken 100 bis 150 mm). Bei einer Montage mit Mauerankern (Montagelaschen) entfällt das Vorbohren des Rahmens.

3. Einsetzen und Ausgleichen des Rahmens

Nachdem Rahmen und Maueröffnung vorbereitet sind, setzen Sie den leeren Rahmen in die Bauöffnung ein. Richten Sie das Element unter Verwendung einer Wasserwaage exakt horizontal und vertikal aus. Sichern Sie den Rahmen mit Trag- und Distanzklötzen (Hilfskeilen) gegen das Verrutschen. Achten Sie im unteren Bereich darauf, genügend Platz für das Fensterbankanschluss-Profil sowie für eine ausreichend dicke Dämmschicht unterhalb des äußeren Fensterbanks zu lassen.

Einsetzen des Fensterrahmens
Verankerung des Fensterrahmens

4. Verankerung & äußere Abdichtung nach ÖNORM

Fixieren Sie den ausgerichteten Rahmen nun dauerhaft im Mauerwerk. Das erfolgt entweder durch das Eindrehen von Fensterrahmenschrauben (Turboschrauben) direkt durch das Profil in die Laibung (Mindestverankerungstiefe 30-60 mm) oder durch das Verschrauben der zuvor angebrachten Montagelaschen. Achten Sie darauf, die Schrauben gleichmäßig anzuziehen, damit sich das Kunststoffprofil nicht durchbiegt.

Im Rahmen einer fachgerechten RAL-Montage nach österreichischem Standard wird nun die äußere Dichtebene fertiggestellt. Diese muss wind- und schlagregendicht, aber gleichzeitig dampfdiffusionsoffen sein. Kleben Sie das äußere Dichtband lückenlos an die Außenwand, damit Feuchtigkeit aus der Fuge nach außen hin entweichen kann.

5. Dämmebene ausfüllen und raumseitig abdichten

Die mittlere Ebene der Fuge dient dem Wärme- und Schallschutz. Nutzen Sie hochwertigen Montageschaum (PU-Schaum), um den Hohlraum zwischen Rahmen und Mauerwerk vollständig auszusprühen. Arbeiten Sie sich dabei von unten nach oben vor. Da der Schaum noch expandiert, befüllen Sie die Fuge nur zu etwa zwei Dritteln. Nach dem vollständigen Aushärten entfernen Sie die temporären Holzkeile und schäumen die verbliebenen Lücken sorgfältig nach.

Um die Vorgaben der ÖNORM B 5320 zu erfüllen, schließen Sie nun die innere Ebene ab. Diese Schicht muss absolut luft- und dampfdiffusionsdicht sein. Kleben Sie das raumseitige Fensterdichtband sauber und ohne Unterbrechungen an die innere Fensterlaibung, um die RAL-Montage abzuschließen. Dadurch wird verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmebene gelangt und dort kondensiert.

Fenster Montage - Ausschäumen mit Montageschaum
Einbau der Außenfensterbänke

6. Die Fensterbankmontage

Montieren Sie nun das innere und äußere Fensterbankl auf der vorbereiteten, sauberen Unterlage. Das Innenfensterbankl wird fest an das Fensterbankanschlussprofil (unter der Unterkante des Rahmens) gedrückt. Das Außenfensterbankl wird in die dafür vorgesehene Rille des Rahmenprofils eingeschoben und verschraubt. Achten Sie unbedingt auf ein Gefälle (innen ca. 2-4 Grad, außen ca. 7 Grad), damit Oberflächenwasser verlässlich abfließen kann. Versiegeln Sie die seitlichen Anschlüsse zum Putz mit überstreichbarem Acryl und die Fuge zum Fensterrahmen mit transparentem oder farblich passendem Silikon.

7. Einputzen und Beiputzarbeiten

Nachdem die mechanische Verankerung und die ÖNORM-Dichtung abgeschlossen sind, können Sie den Fensterflügel wieder einhängen (Griff waagrecht stellen, Ecklager aufsetzen, andrücken, Sicherungsbolzen einschieben, Fenster schließen). Im Anschluss starten die Verputzarbeiten an den Leibungen. Um Haarrisse im Übergangsbereich zwischen Putz und Rahmenprofil dauerhaft zu verhindern, empfehlen wir den Einsatz von Anputzleisten (APU-Leisten), die Bewegungen des Bauteils elastisch auffangen.

Einputzen der Fenster
Reinigung der eingebauten Fenster

8. Endreinigung, Abdeckkappen und Zubehörmontage

Entfernen Sie die Schutzfolien von den Kunststoffprofilen (spätestens 2 Monate nach dem Einbau, um ein Einbrennen durch Sonneneinstrahlung zu verhindern). Reinigen Sie die Oberflächen und kontrollieren Sie die Gängigkeit des Flügels. Sollte das Fenster leicht hängen, können Sie es anhand unserer Einstellungsanleitung mühelos nachjustieren. Stecken Sie abschließend die Abdeckkappen auf die Beschläge. Nun können auch Jalousien, Rollos oder Fliegengitter montiert werden – passendes Zubehör können Sie direkt in unserem E-Shop mitbestellen.

Entscheidungshilfe: Fenster selbst einbauen oder ein Montageunternehmen beauftragen?

Viele Häuslbauer in Österreich stehen vor der Frage, ob sie die Fenstermontage in Eigenregie durchführen oder einem professionellen Handwerksbetrieb überlassen sollten. Da die Montagequalität maßgeblich über die langfristige Wärmedämmung entscheidet, lohnt sich ein Blick auf die Vor- und Nachteile.

Die Fenstermontage in Eigenregie (Selbsteinbau):

Der klare Vorteil liegt in der finanziellen Ersparnis. Durch den Selbsteinbau lässt sich das Budget beim Hausbau oder der Sanierung spürbar entlasten, da keine teuren Handwerkerstunden verrechnet werden. Zudem sind Sie vollkommen flexibel in Ihrer Zeitplanung und unabhängig von den oft langen Vorlaufzeiten der Betriebe. Voraussetzung für das Gelingen sind jedoch handwerkliches Geschick, passendes Werkzeug und mindestens ein Helfer, da Fensterelemente sehr schwer sind. Das Risiko für eventuelle Einbaufehler tragen Sie selbst.

Die Vergabe an einen Fachbetrieb:

Ein konzessionierter Betrieb bietet Ihnen ein hohes Maß an Sicherheit und Komfort. Das Montageteam gewährleistet die strikte Einhaltung der anspruchsvollen Standards nach ÖNORM B 5320, verfügt über Spezialwerkzeug und haftet vollumfänglich für die korrekte Ausführung der Bauanschlussfuge. Allerdings schlägt sich dieser Service in deutlich höheren Gesamtkosten nieder, und Sie müssen unter Umständen mit längeren Wartezeiten auf einen freien Termin rechnen.

Unser Fazit: Mit der richtigen Vorbereitung und handwerklichem Geschick ist der Selbsteinbau für geschickte Heimwerker absolut realisierbar. In unserem Online-Shop finden Sie das passende, praxiserprobte Montagematerial – von der Turboschraube bis zum normgerechten Dichtband.